Film in der Vermittlung zu Nationalsozialismus und Holocaust
Online-Fortbildung im Vorfeld des Augen auf-Kinotags
Termin: 04.11.2026, 15 bis 18 Uhr
Filme tragen dazu bei, die Schrecken der NS-Zeit erinnerungskulturell zu bewahren und emotional zugänglich zu machen. Lange Zeit blieb filmisch wie gesellschaftlich die Verfolgungsgeschichte von Sinti* und Roma* ausgeblendet, obwohl mehrere hunderttausend Angehörige der Minderheit von den Nationalsozialist:innen verfolgt und ermordet wurden. Inzwischen gibt es bewegende Spiel- und Dokumentarfilme, die auch im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Fortbildung verbindet historisches Hintergrundwissen, Filmbildung und kritische Medienkompetenz im Bereich Antiziganismus. Auf dieser Basis werden konkrete Unterrichtsentwürfe zu Filmen des Augen auf-Kinotags erarbeitet, zum Biopic "Django – Ein Leben für die Musik" (F, 2017), zum Kinderfilm "Zirkuskind" (D, 2024) über eine Sinti* Artistenfamilie, zu den Kurzfilmen "Menschen können zweimal sterben" (D, 2022) des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti* und Roma* Europas sowie zum Dokumentarfilm "Wesley schwimmt" (D, 2024), der den Urenkel des Überlebenden Hugo Höllenreiner auf eine Gedenkstättenfahrt begleitet. Ziel der Fortbildung ist es, Wege zu finden, Schüler:innen die NS-Geschichte und deren Bedeutung für die Gegenwart zu vermitteln und sie für Diskriminierung in der heutigen Vielfaltsgesellschaft zu sensibilisieren.
Die historischen Hintergründe der NS-Verfolgung und des Völkermords an Sinti* und Roma*, sowie die des Überlebens und der anhaltenden Diskriminierung nach 1945 werden vermittelt. Es werden film- und bildungstheoretische Grundlagen vorgestellt und mit Filmbeispielen diskutiert. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Antiziganismus im Film gelegt. Wir diskutieren, wie Sie im Kontext von Sehroutinen, Vorwissen und Rezeptionserwartungen der Schüler:innen Filme im Unterricht einsetzen können.
Die Referentin, Atiđe Jasarova, ist Projektmanagerin im "Critical Film & Image Hub" an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg, die im Programm "Demokratie leben!" der Bundesregierung gefördert wird. In ihrer vorherigen Tätigkeit für den Münchner Verein RomAnity e.V. hat sie zuvor den Anime-Film "Unbroken", welcher fünf historische Persönlichkeiten der Minderheit der Sinti* und Roma* durch das Grauen des Holocausts begleitet, co-produziert. Daneben engagiert sie sich als Vortragende, Workshopleiterin und Teilnehmerin unterschiedlicher Medienformate für die Inklusion und gleichberechtige Teilhabe der Minderheit.
Information und Anmeldung
Bitte melden Sie sich über folgende E-Mail-Adresse für die Online-Fortbildung an: schulkinowochen@lwl.org
Die Fortbildung findet vorab im Rahmen eines Kinotags anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Der Augen auf-Kinotag wird konzeptioniert und realisiert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und der Agentur Jetzt & Morgen. Filmpädagogisch begleitet wird der Kinotag von VISION KINO, Netzwerk für Film und Medienkompetenz, in Kooperation mit den SchulKinoWochen.