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Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

manchmal, wenn wir beim Kuratieren unserer monatlichen Kinofilmtipps und der nächsten SchulKinoWochen einen Film zuerst auf dem Bildschirm gesichtet haben und ihn dann später noch einmal im Kino sehen, passiert etwas: der Film, der am Bildschirm im Büro zwar interessant und durchaus filmisch sehenswert erschien, entwickelt auf der großen Leinwand noch einmal seine eigene (wahre) Wirkung und ist ergreifendes, großes Kino. Es entsteht ein Sog, der uns in die filmische Realität zieht. Ausgelöst durch die Geschichte, durch viel intensiver wirkende Totalen oder Nahaufnahmen, die Kamerabewegungen, die Montage, Mise en Scene, dramaturgisches Geschick. Die gestaltete Tonebene verstärkt die Wirkung der Bilder oder entwickelt gar ein Eigenleben, weil Dinge zu hören sind, die zuvor digital komprimiert verloren gingen. Der Kinosaal bietet dem Film die leuchtende Bühne, die er braucht, um seine Wirkung zu entfalten und schafft den Rahmen, den eine spannende und emotionale Geschichte benötigt, damit wir uns auf sie einlassen können. Und: im Dunkeln sieht niemand, dass wir kurz vor Schreck die Augen zumachen oder aus Mitgefühl weinen. Das Lachen dagegen teilen wir mit den vielen anderen im Raum. Es ist so oft gesagt worden, aber es stimmt: Kino kann ein Erlebnis, eine sinnliche Erfahrung sein.

Umso wichtiger, dass möglichst jedes Kind die Möglichkeit bekommt, das Kino als den Ort für Filmkultur kennenzulernen und zu erleben. Daran arbeiten wir bei VISION KINO, gerade auch in einer Zeit wie dieser, in der es so viele scheinbar leichtere Zugänge zu Filmen gibt, in der große Konflikte und Herausforderungen unser Leben beschweren und zudem Zeit und Mittel für kulturelle Teilhabe knapper werden.

Das Kino kann und will aber mehr sein: ein Ort, der Fragen aufwirft und uns mit anderen Perspektiven vertraut macht oder unseren Widerspruch herausfordert. Das Kino konfrontiert, stellt uns in Frage und lässt uns mitunter ratlos zurück. Es ist ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung und fördert – mit der Unterstützung durch Sie – die wichtige Fähigkeit der Selbstreflektion, der Toleranz und Neugier, die wir in einer freien, offenen Gesellschaft dringend benötigen.

Wie froh waren wir, als Sie nach der pandemiebedingten Schließung der Kinos wieder da waren und uns bestätigt haben, dass Sie und die Kinder und Jugendlichen den Unterricht im Kinosaal so sehr wertschätzen und unser Angebot gebraucht wird. Für diese Treue und Begeisterung gegenüber dem größten bundesweiten Schulkino-Festival möchten wir uns ausdrücklich bei Ihnen bedanken. An dieser Stelle ebenso ein herzliches Dankeschön unseren Projektpartnerinnen und Projektpartnern und den großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die SchulKinoWochen jedes Jahr aufs Neue vorbereiten und gestalten. Und besonders danken möchten wir natürlich auch unseren zahlreichen Förderern, ohne die die SchulKinoWochen  nicht realisiert werden könnten!

Kino kann etwas auslösen, was der Bildschirm nicht leistet, und wir möchten dieses Erlebnis gern gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern und Ihnen teilen.

Ihr

Leopold Grün
Geschäftsführer der VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz